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Parkinson und Pestizide: Studie bekräftigt Zusammenhang

Der Kontakt mit Pestiziden kann aller Wahrscheinlichkeit nach das Risiko, an Parkinson zu erkranken, erhöhen. Das bekräftigt eine neue Studie eines amerikanischen Wissenschaftlerteams um Dana Hancock. Danach sind offenbar Personen, die mit Pestiziden umgehen bzw. diesen ausgesetzt sind, um etwa 1,6 Mal mehr gefährdet, eine Parkinsonkrankheit zu entwickeln, als Vergleichspersonen ohne Pestizidkontakt.

In die Studie der Forscher der Duke University, der Miami University und des Udall Parkinson's Disease Research Center of Excellence  waren 319  Parkinsonpatienten und 296 Verwandte sowie weitere gesunde Personen einbezogen. Verwandte wurden ausgesucht, da sie auch vielen ähnlichen umweltbedingten und genetischen Faktoren ausgesetzt gewesen waren.

Alle Versuchsteilnehmer wurden nach verschiedenen Faktoren befragt, unter anderem nach ihrem Umgang mit Pestiziden, sauberem Trinkwasser, Rauchen oder ob sie auf einem Bauernhof leben oder arbeiten. Die Daten wurden ausgewertet und dabei ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Pestiziden – vor allem Herbizide und Insektizide – und der Erkrankung der Parkinson-Patienten im Vergleich zu den Nicht-Erkrankten festgestellt. Studienleiterin Dana Hancock sagte, man müsse herausfinden, wie der biologische Prozess genau abläuft.

Schon in der Vergangenheit wiesen ältere Studien auf einen Zusammenhang zwischen einer Parkinsonerkrankungen und dem Kontakt mit Pestiziden hin, sodass es nun als wahrscheinlich gilt, dass Pestizide hierbei wohl eine Schlüsselrolle spielen. Allerdings betonen Fachleute, dass dies nur in Kombination mit anderen Faktoren der Fall sein dürfte. So weiß man, dass Parkinson offenbar auch durch genetische Faktoren beeinflusst wird, wobei solche genetischen Defekte, die zu der Krankheit führen, eher selten auftreten.

Die US-amerikanische Parkinson-Gesellschaft Parkinson's Disease Society bestätigte in einer Pressemitteilung, dass ein möglicher Zusammenhang zwischen Parkinson und Pestiziden bereits in früheren Studien hergestellt worden sei. Die aktuelle Studie verstärke jedoch die Vermutung, dass Pestizide eine entscheidende Rolle spielten. Unklar, so Kieran Breen, Direktor der Forschungsabteilung, bleibe aber noch immer, was Parkinson verursacht. Eine ältere Umfrage der Parkinson's Disease Society bei über 10.000 Parkinsonpatienten habe ergeben, dass nur 9 Prozent von ihnen langfristig (länger als ein Jahr) Pestiziden ausgesetzt waren. Wahrscheinlich sei eine Kombination von genetischer Prädisposition und umweltbedingten Faktoren Ursache von Parkinsonerkrankungen, betont Breen.

Quellen:
(1)Dana B Hancock, Eden R Martin, Gregory M Mayhew, Jeffrey M Stajich, Rita Jewett, Mark A Stacy, Burton L Scott, Jeffery M Vance, William K Scott, Pesticide exposure and risk of Parkinson's disease: A family-based case-control study, in: BMC Neurology 2008, 8:6doi:10.1186/1471-2377-8-6,28.03.08, www.biomedcentral.com/1471-2377/8/6
(2) Link Between Pesticides And Parkinson's Strengthened With Family Study, www.sciencedaily.com
(3) Pesticides and Parkinson's, 28 March 2008, www.parkinsons.org.uk



© Deutsches Grünes Kreuz e. V. (DGK) / Veröffentlicht am 14.06.2008