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Darmkrebs: Immer mehr Menschen nutzen präventive Koloskopie

Die Inanspruchnahme der präventiven Koloskopie wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Davon gehen die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aus. Die Organisationen präsentierten heute Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI). Das ZI begleitet bereits seit der Einführung der Koloskopie im Jahre 2002 diese Regelleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung wissenschaftlich. Die vorgelegten Zahlen belegen, dass immer mehr Menschen das Angebot der präventiven Darmspiegelung nutzen und ihr entsprechendes Erkrankungsrisiko damit deutlich minimieren.

2,3 Millionen Versicherte haben das Angebot zwischen 2003 und 2006 wahrgenommen, davon 550.000 im Jahr 2006. Inzwischen waren 11,2 Prozent der berechtigten Männer und 12,7 Prozent der berechtigten Frauen beim Koloskopie-Screening, wie Fachleute die präventive Darmspiegelung nennen. Bei jedem dritten Untersuchten wurden die Mediziner fündig: 30,5 Prozent wiesen Polypen oder Adenome (Wucherungen an der Darmschleimhaut) auf. Besonderen Nutzen ziehen Menschen mit fortgeschrittenem Adenom aus einer Koloskopie, da aus diesem häufig Darmkrebs entsteht. In diese Gruppe fielen 6,7 Prozent der Teilnehmer.

Bei 0,5 Prozent der Patienten wurde ein Adenom mit schwerer Dysplasie (ausgeprägte Entartungstendenz der betreffenden Zellen) bzw. ein in-situ-Karzinom diagnostiziert. Bei ca. einem weiteren Prozent der Patienten wurde ein Kolon- oder Rektumkarzinom festgestellt. Das sind die Ergebnisse einer Begleitstudie für das Jahr 2006. Diese hat das ZI aufgrund von 529.916 Befunddokumentationen erstellt.

Polypen und Adenome werden in der Regel im Rahmen der präventiven Darmspiegelung entfernt. Personen mit fortgeschrittenen Adenomen bedürfen in der Regel einer weiteren Kontrolluntersuchung nach drei bis fünf Jahren, Personen mit unauffälligen Polypen werden zehn Jahre später erneut untersucht. Anspruch auf eine kostenfreie Darmspiegelung haben gesetzlich Versicherte ab dem Alter von 55 Jahren.

Die Darmspiegelung birgt für Patienten geringe Gefahren. Lediglich bei 2,6 von 1.000 Fällen kommt es zu Zwischenfällen, zumeist zu ärztlich gut beherrschbaren Blutungen. Zudem unterliegen Koloskopien hohen Qualitätsstandards. Nur speziell geschulte Fachärzte, die nachweislich mindestens 200 Darmspiegelungen innerhalb von zwölf Monaten machen, dürfen sie vornehmen. Unabhängige Institute prüfen zweimal jährlich die Einhaltung der vorgegebenen Hygienestandards.

Krankenkassen und KBV forderten anspruchsberechtigte Bürger auf, von dem Früherkennungs-Angebot Gebrauch zu machen. Dies sei das Beste, was sie zur Vorbeugung gegen Darmkrebs tun könnten und auch wirkungsvoller als der alternative Test auf verborgenes Blut im Stuhl.

Die vollständigen Ergebnisse der wissenschaftlichen Dokumentation zur Früherkennungs-Koloskopie finden Sie im Internet unter www.zi-berlin.de.


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© KBV + ZI / (ots) news aktuell GmbH / Veröffentlicht am 06.02.2008