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Kohlenhydrate sind für das Herz gefährlicher als Fett

Seit Jahrzehnten warnen Ernährungs-Experten vor tierischen Fetten und behaupten, sie erhöhten das Risiko für Herzinfarkte. Doch das Männer-Lifestylemagazins "Men's Health" (Ausgabe 3/2008, EVT 13.02.2008) räumt nun unter Berufung auf Experten mit dieser "Fettlüge" auf. Anlass ist das neue, in den USA erschienene Buch "Good calories, bad calories", in dem der angesehene Wissenschaftsjournalist Gary Taubes im Detail aufführt, wie das Dogma entstehen konnte, zu viel Fett sorge für Herzerkrankungen. Tatsächlich wurde diese Behauptung niemals wissenschaftlich belegt, sondern beruhte schlicht auf ungenügendem Datenmaterial.

Taubes hat außerdem alle Untersuchungen zusammen getragen, die nahe legen, dass Kohlenhydrate viel gefährlicher für das Herz-Kreislauf-System sein können als Fette. Wie zum Beispiel die Studien des renommierten Professors Ronald Krauss von der University of California in Berkely. So haben zu viel Kohlenhydrate auf die Cholesterinwerte einen deutlich schlechteren Einfluss als die lange so verteufelten gesättigten Fette. Demnach wären Speck und Eier zum Frühstück für das Herz gesünder als Cornflakes. Dieser Freispruch für die Fette ist zwar kein Freibrief für Völlerei. Doch die Erkenntnisse der US-Wissenschaftler erlauben es, hochwertige Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Käse und Butter wieder ohne schlechtes Gewissen zu genießen.

Die amerikanischen Studien werden auch von der deutschen Diplom-Ökotrophologin Ulrike Gonder bestätigt. Die Ernährungswissenschaftlerin hat in ihrem Buch "Fett" (Hirzel-Verlag) viele Widersprüche und Lügen über den umstrittenen Nährstoff zusammengetragen. In "Men's Health" spricht sie von einer "mehr als 40 Jahre dauernden Indoktrinierung" durch wissenschaftlich äußerst fragwürdige Untersuchungen. Ein Blick auf die Geschichte der "Fett-Lüge" gibt ihr ebenso Recht wie Taubes und Krauss. Im Jahr 1953 wurden die gesättigten Fette erstmals in den USA wissenschaftlich angeklagt und für Herzerkrankungen verantwortlich gemacht. Doch die damalige Analyse stützte sich nur auf den Vergleich von Fettverzehr und Infarktsterblichkeit in 6 Ländern. Daten gab es aber aus 22 Ländern - und eine Auswertung all dieser Informationen hätte zu einem ganz anderen Ergebnis geführt. So war etwa die Sterblichkeit durch Herzerkrankungen in Finnland 24-mal höher als in Mexiko, obwohl sich die beiden Länder hinsichtlich des Fettkonsums pro Kopf kaum unterscheiden. Der Schluss, Fett sorge für Herzinfarkte, war und ist also äußerst voreilig.

"Wenn ich heute lese, auf welch schwachen Füßen die Fett-Herzinfarkt-Hypothese von Anfang an stand", sagt Ulrike Gonder, "dann fühle ich mich regelrecht betrogen." Selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) habe mittlerweile bestätigt, "dass die Fette in der Vergangenheit viel zu schlecht bewertet worden sind", betont die Expertin. "Weder gab es in der Vergangenheit noch gibt es heute ausreichend Belege dafür, dass viel Fett und insbesondere viele gesättigte Fettsäuren ein Risiko zum Beispiel für das Herz-Kreislauf-System darstellen." Doch diese Erkenntnis werde von der DGE "nicht deutlich gesagt", kritisiert die Ökotrophologin.


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© Men's Health / (ots) news aktuell GmbH / Veröffentlicht am 08.02.2008