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Tabuthema Inkontinenz

Für Blasenleiden und Harnwegsinfekte hat sich eine ganze Reihe von Arzneipflanzen als Therapieoptionen bewährt. Neben einheimischen Klassikern wie Birke, Brennnessel, Wachholder und Schachtelhalm gibt es auch relative Newcomer wie Cranberry, Gewürzsumach oder Sägepalme aus den USA oder Orthosiphon aus der asiatischen Volksmedizin. Gerade für die Selbstmedikation sind die pflanzlichen Urologika von zentraler Bedeutung. Hier ein Überblick

Fast jede Frau kennt das Problem: Man sich "verkühlt", vielleicht zu lange im Straßencafé gesessen oder im nassen Badeanzug. Das Immunsystem hat sowieso schon ein bisschen geschwächelt - und nun kommt ein Brennen beim Wasserlassen dazu ... Kein Wunder, dass jede Mutter ihrer Tochter schon von Kindesbeinen an Tipps gibt, wie man sich vor solchen unangenehmen Beschwerden schützen kann. Auch die Intimhygiene ist ein wichtiges weibliches Gesundheitsthema, denn durch die vergleichsweise kurze weibliche Harnröhre können Bakterien schneller in die Blase gelangen als beim Mann. Harnwegsinfekte und Reizblase treten deshalb besonders häufig bei Mädchen und Frau auf - und es gibt eine große Zahl an Betroffenen, bei denen die Infekte immer wiederkommen. Aber auch das männliche Geschlecht wird nicht völlig von Blasenleiden verschont, insbesondere mit zunehmendem Alter, wenn Prostataerkrankungen auftreten.

Phytotherapeutika auf Sitzplätzen

In der Behandlung von urologischen Beschwerden spielen Heilpflanzen eine Hauptrolle. Als nicht-verschreibungspflichtige Phytotherapeutika noch von den gesetzlichen Kassen erstattungsfähig waren, waren über 80% der verordneten Mittel bei Prostataleiden pflanzlich. Auch bei Reizblase, zur Prophylaxe nach Harnwegsinfekten und zur Vorbeugung von Nierengrieß sind pflanzliche Mittel weit verbreitet. Während Urologen seit dem 1. April 2004 statt Phytotherapeutika vielfach chemischsynthetische Arzneimittel verordnen, stehen die pflanzliche Urologika in der Selbstmedikation unangefochten auf den Sitzplätzen.

Anwendungsgebiete

Typische Einsatzgebiete für pflanzliche Urologika sind Harnwegsinfekte (HWI), die Indikation Reizblase, die Bildung von Steinen in den Nieren und den ableitenden Prostatavergrößerung (BPH) und entzündliche Prostataerkrankungen.

Wirkmechanismus

Neben der empfohlenen Indikation lassen sich die Mittel auch nach ihrem Wirkmechanismus und ihren Angriffspunkten unterscheiden:

Wie bei vielen anderen pflanzlichen Heilmitteln kommen in der Praxis oft mehrere Wirkmechanismen zusammen und erhöhen so den therapeutischen Effekt. Für eine zunehmende Zahl an Drogen und Präparaten liegen inzwischen auch Anwendungsbeobachtungen und Studien vor, die die Empfehlungen der Erfahungsmedizin bestätigen.

Quelle: PTA Heute, Nr. 12 Juni 2008 22 Jahrgang



© Dr. Sigrid Joachimsthaler, Hamburg / Medicalpress.de / Veröffentlicht am 06.10.2008