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Stress verursacht atypischen Gesichtsschmerz

Schmerzen im Gesichtsbereich können viele Ursachen haben. Lassen sich Trigeminusneuralgie, überlastete Kaumuskeln, Kiefergelenksyndrome und Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen ausschließen, handelt es sich meist um einen atypischen Gesichtsschmerz. "Die Ursache für unerklärliche Gesichtsschmerzen ist meist Stress", weiß Dr. Martin Gessler, Neurologe und Beirat im Forum Schmerz des Deutschen Grünen Kreuzes. Die Behandlung ist schwierig und wird oft falsch begonnen.

Meist betrifft es Frauen zwischen 20 und 50 Jahren: Die Betroffenen beschreiben die Beschwerden als brennend, stechend oder pochend. Der über Monate anhaltende Dauerschmerz im Gesicht befindet sich zwischen Augen und Unterkiefer. Der Schmerz tritt den ganzen Tag lang mehr oder weniger stark auf und zieht bisweilen sogar in den Nacken. "Manchmal sind die Beschwerden nur einseitig. Sie können aber auch beidseitig auftreten oder von der linken zur rechten Gesichtshälfte wechseln", beschreibt Gessler.

Auslöser der Beschwerden können vorausgegangene Operationen im Bereich des Mundes oder des Hals-Nasen-Ohren-Raumes sein. Auch Verletzungen und Infekte werden als Ursache vermutet. Einer aktuellen Studie aus Finnland zufolge spielt Stress eine große Rolle für die Entstehung des Gesichtsschmerzes. Individuelle „Mit dem Stress kann ich umgehen“ - Strategien schienen keinen Einfluss auf die Schmerzauslösung im Gesicht zu haben.

"Erfolgreicher ist es, keinen Stress zu haben bzw. ihn definitiv nicht als solches zu empfinden", erklärt der Münchner Schmerzexperte. Das ist nicht einfach, denn oft bedeutet es, das Leben beruflich oder privat zu verändern. Eine Psychotherapie kann entscheidende Hilfestellungen geben.

Zusätzlich ist eine medikamentöse Behandlung wichtig "Am wirksamsten beim atypischen Gesichtsschmerz sind so genannte trizyklische Antidepressiva", rät Gessler. Sie haben nicht nur einen antidepressiven Effekt, sondern wirken auch schmerzlindernd. Freiverkäufliche Schmerzmittel bleiben oft wirkungslos.

Quelle: Sipilä K. et al.: Association off stress level with facial pain: the role of coping. Cranio. 26: 216 - 221, 2008.


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© Deutsches Grünes Kreuz e. V. (DGK) / Veröffentlicht am 04.10.2008