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Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindelgefühle - ist das Handy die Ursache oder nicht

Diese Woche berichtet die Bild-Zeitung in einer Serie über heimliche Krankmacher. Neben chemischen Schadstoffen und Lärm steht auch Elektrosmog auf der Liste. Befragt man Experten zu diesem Phänomen, ergibt sich ein differenziertes Bild. Im Zusammenhang mit Elektrosmog ist die so genannte Elektrosensibilität ein häufig diskutiertes Thema: Betroffene führen diverse subjektive Beschwerden wie zum Beispiel Kopf- und Gliederschmerzen, Schlaflosigkeit oder Konzentrationsschwäche auf elektromagnetische Felder (EMF) zurück, die zur Datenübertragung im Mobilfunk verwendet werden.

Wissenschaftler des Bezirksklinikums Regensburg haben im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF), des größten deutschen Forschungsprojektes zum Thema Mobilfunk und Gesundheit, Studien zur Elektrosensibilität durchgeführt. Ihr Fazit im Abschlussbericht des Forschungsprojekts: "In diesem Vorhaben wie in vielen anderen Untersuchungen ließ sich bisher kein Zusammenhang zwischen EMF und den Beschwerden der Betroffenen nachweisen. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen EMF und den Beschwerden kann daher mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Diese Einschätzung wird auch von der WHO geteilt, die in ihrem Fact sheet Nr. 296 vom Dezember 2005 feststellt, dass es keine wissenschaftliche Basis gibt, um die Symptome der Elektrosensiblen mit der Einwirkung von elektromagnetischen Feldern in Verbindung zu bringen." Die Ergebnisse der Studien weisen vielmehr nach Auffassung von Prof. Dr. Caroline Herr vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen darauf hin, dass Menschen, die sich selbst als elektrosensibel einstufen, nicht häufiger korrekt angeben können, wann ein elektromagnetisches Feld eingeschaltet ist, als Menschen, die sich nicht für elektrosensibel halten.

Dabei machten die Wissenschaftler eine interessante Beobachtung: "Es gibt Hinweise, dass subjektive Aspekte wie Angst nachteilige gesundheitliche Auswirkungen haben können", berichtet Prof. Herr. Dies bestätigten zum Beispiel Wissenschaftler der Universität Essex, die im Juli 2007 eine Studie zur Elektrosensibilität veröffentlicht hatten. Die Studie zeigte, dass die gesundheitlichen Beschwerden bei den Teilnehmern nur auftraten, wenn die Betroffenen glaubten, dass die Antenne in ihrer Nähe eingeschaltet sei. Allein die Furcht vor Mobilfunk wirkt wie ein Placebo und reicht aus, um Menschen krank zu machen - ein Problem, das nur im Bereich der Medizin gelöst werden kann. Stimmen die Ergebnisse der Studie, stehen somit Ärztinnen und Ärzte vor der schwierigen Aufgabe, den jeweiligen Krankheitsfall ergebnisoffen zu untersuchen und richtig zu bewerten.

Gesetzlich gültige Grenzwerte für elektromagnetische Felder sorgen hierzulande dafür, dass Mobilfunk nicht zum Gesundheitsproblem werden können. Diese Grenzwerte basieren auf Empfehlungen der Internationale Kommission zum Schutz vor nicht ionisierender Strahlung (ICNIRP), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union (EU). Die Grenzwerte liegen um das 50-fache unterhalb der biologischen Wirkungsschwelle. Diese Schwelle bezeichnet die Grenze, unterhalb derer nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen keine negativen gesundheitlichen Wirkungen auftreten. Dieser hohe Sicherheitsfaktor garantiert nach Einschätzung des für Strahlenschutz verantwortlichen Bundesumweltministeriums, dass die gesamte Bevölkerung - auch empfindliche Gruppen wie Kranke, Kinder, Schwangere und Senioren - geschützt sind.

Personen, die trotzdem besorgt sind, können einfache Maßnahmen ergreifen, um die eigene Exposition durch Hochfrequenzfelder zu verringern. Zum Beispiel können sie beim Telefonieren darauf achten, dass ihr Handy einen möglichst guten Empfang hat - dann sendet es auch mit verringerter Leistung. Durch die Verwendung eines Head-Sets vergrößert sich der Abstand zwischen Kopf und Handyantenne, so dass der Kopf beim Telefonieren nur noch ganz geringen Feldern ausgesetzt ist.


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© Informationszentrum Mobilfunk e.V. / (ots) news aktuell GmbH / Veröffentlicht am 20.02.2008